WAProf. Walter ArtibaniFacharzt für Urologie
Urologie verständlich

Urologie einfach erklärt

Klare Erklärungen in einer Sprache, die auch Laien verstehen: wie die Harnwege bei Männern und Frauen und die männlichen Geschlechtsorgane funktionieren und was dabei schiefgehen kann.

Die Themen werden in kurzen Modulen behandelt, die auch nach Ihren Fragen ausgewählt werden.

Illustration der männlichen Harn- und Geschlechtsorgane

Die Urologie ist ein medizinisch-chirurgisches Fachgebiet, das sich mit Erkrankungen der Harnwege bei Männern und Frauen (Nieren, Harnleiter, Retroperitoneum, Harnblase, Harnröhre) und der männlichen Geschlechtsorgane (Prostata, Samenbläschen, Penis, Hoden) befasst.

Ziel ist es, medizinische Information in einfacher Sprache zu bieten und so Vorsorge durch die Kenntnis des eigenen Körpers und seiner Funktionen zu fördern.

Die Informationen sind bewusst einfach gehalten, beruhen aber auf aktuellem, gesichertem und allgemein anerkanntem Wissen. Die Anzeichen normaler Funktion bewusst wahrzunehmen und Warnsignale zu erkennen, ist die Grundlage guter urologischer und andrologischer Vorsorge.

Was bietet das mehr als die vielen Informationen im Internet? Sie sind gefiltert durch die Erfahrung eines Arztes, der seit Jahrzehnten in diesem Fach arbeitet.

Die Miktionsfrequenz ist die Anzahl der Blasenentleerungen: tagsüber im Wachzustand, nachts im Schlaf.

Die nächtliche Frequenz bezieht sich auf die Schlafphase, meist 6 bis 8 Stunden. Es gibt Ausnahmen, etwa Menschen, die nachts arbeiten und tagsüber schlafen.

Normalerweise vergeht die Nacht, ohne dass man Wasser lassen muss: Es gibt eine letzte Entleerung vor dem Einschlafen und eine erste nach dem Aufwachen. Auf die Frage „Wie oft lassen Sie nachts Wasser?“ antwortet ein gesunder Mensch: „Nie.“

Voraussetzung ist ein ungestörter Schlaf: Wer aus anderen Gründen aufwacht, geht oft trotzdem zur Toilette, bevor er wieder einschläft.

Weil ein feiner Mechanismus die nächtliche Harnproduktion steuert. Nehmen wir einen Menschen zwischen 20 und 40 Jahren, der in 24 Stunden 1400 ml Urin bildet:

Die Verringerung beruht auf dem antidiuretischen Hormon (ADH oder Vasopressin), das die Hypophyse während des Schlafs ausschüttet und das die Harnbildung in den Nieren verringert.

Die Ausschüttung erfolgt pulsatil: Sie steigt im Nachtschlaf und sinkt im Wachzustand. Dieser Tag-Nacht-Rhythmus ermöglicht einen durchgehenden Schlaf, ungestört vom Drang einer vollen Blase.

Bei einem gesunden Menschen spielen viele Faktoren eine Rolle: die gebildete Harnmenge (Trinkmenge, Schwitzen, Nierenfunktion), das Fassungsvermögen der Blase, wie vollständig sie sich entleert, die psychische und emotionale Verfassung, persönliche und soziale Gewohnheiten und wie nah eine Toilette ist.

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